Bewegung als sechsten Sinn verstehen

Daumen hoch: Das Lehrerkollegium der Sophie-La-Roche-Realschule in Kaufbeuren zeigt sich im Rahmen des bundesweiten Schulprogrammes „Olympia ruft: Mach mit!“ bereits fit für die bevorstehenden Herausforderungen. Foto: sym

In puncto Bewegung macht den Schülern und Lehrern der Sophie-La-Roche-Realschule so schnell niemand was vor. Im Gegenteil: Im Rahmen des bundesweiten Schulprogrammes „Olympia ruft: Mach mit!“ laufen die Kaufbeurer aktuell sogar zur absoluten Höchstform auf.


Von Ronny Knoll


Kaufbeuren/Gotha –
Es ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit, dass Themen wie Bewegungsförderung sowie ein gesundes und faires Miteinander in deutschen Schulen großgeschrieben werden. Nicht so an der Sophie-La-Roche-Realschule in Kaufbeuren, in welcher sich das schuleigene Motto „Stark fürs Leben – Kompetent im Lernen – Respektvoll im Umgang miteinander“ nun sogar in einem bundesweiten Schulprogramm wiederfindet.


Mit dem Programm „Olympia ruft: Mach mit!“, in dem sich Schülerinnen und Schüler sowie deren Lehrkräfte fächerübergreifend an Themen wie Fairplay, olympische Werte, Paralympics & Integration, globales Lernen sowie an vielfältige Möglichkeiten eines bewegten Schulalltags heranarbeiten, hat sich die umtriebige Schule nun von einer Idee begeistern lassen, die den Olympischen Geist im wahrsten Wortsinn zum Leben erwecken könnte.


„Die Vorbereitungen laufen bereits seit Herbst 2016 auf Hochtouren“, verrät Lehrerin Karin Dängel, die zugleich als Fachleiterin für den Schulsport im Freistaat Bayern zuständig ist. „Im Rahmen einer pädagogischen Konferenz, unterstützt durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Vereins symbioun, wurde dem Lehrerkollegium das Gesamtkonzept vorgestellt. In Workshops konnte die praktische Umsetzung jetzt hautnah und zum Teil auch schweißtreibend erspürt werden“, so Karin Dängel weiter.


Auch die symbioun-Projektleiterinnen Carolin Strauer und Svenja Maurer – die mittlerweile zahlreiche Schulen im ganzen Freistaat sowie in Baden-Württemberg im Rahmen des deutschlandweiten Projektes betreuen dürfen – zeigen sich begeistert. „Nach unserem Lehrerworkshop haben wir am Mittwoch nun auch ein Lehrer-Programm zu den Schwerpunkten Ausdauer, Rückengesundheit, Koordination und Entspannung durchgeführt. Es ist auch für uns eine tolle Erfahrung, mit einer solch engagierten Schule etwas auf die Beine stellen zu dürfen“, sagt Carolin Strauer.


„Beeindruckend“, fasst indes Svenja Maurer das Engagement des umtriebigen Kaufbeurer Kollegiums zusammen. Und die junge Stuttgarterin ergänzt: „Die Lehrer haben schon fast eigenständig die Projektwoche, die vom 8. bis 11. Mai stattfindet, geplant. Die Schüler arbeiten in dieser Woche unter dem Motto ‚Bereitschaft zur Anstrengung – Respektvollen und faires Miteinander‘. Die einzelnen Fachschaften haben fächerübergreifende Arbeitsaufträge, die alle einen Bezug zum Thema Olympia haben, für Ihre Schüler zusammengestellt. Diese werden dann in der Projektwoche bearbeitet und letztlich präsentiert.“


Initiator des multimodalen Schulprogrammes ist der Gothaer Präventions- und Gesundheitsförderungsvereinsymbioun gemeinsam mit der Deutschen Olympischen Akademie (DOA). Gefördert wird das Projekt zudem von der Techniker Krankenkasse. Und da sich die Begeisterung der Sophie-La-Roche-Realschule mittlerweile weit über die Grenzen Kaufbeurens hinaus herumgesprochen hat, hat sich für die Projektwoche selbst sogar prominenter Besuch angekündigt. Um wen es sich dabei jedoch handelt, bleibt (noch) ein gut gehütetes Geheimnis. „Verraten wird noch nix. Nur so viel: In den Genuss von olympischem Edelmetall kam der, die oder diejenigen schon“, verrät Carolin Strauer mit einem kleinen Augenzwinkern.


Karin Dängel sieht in dem individuell anpassbarem und für Schulen kostenfreien Programm durchaus Potential für mehr: „Mit diesem Projekt ließ sich gleichzeitig die Vorbereitung auf den neuen LehrplanPLUS verbinden, der im nächsten Schuljahr – beginnend mit der fünften Jahrgangsstufe – eingeführt wird. Ganzheitliche Bildung, die die Bewegung als sechsten Sinn sieht, ist im Schulprofil verankert und wird in diesem Projekt in besonderer Weise umgesetzt.“ Vier Tage lang wird vom 8. bis 11. Mai fächerübergreifend, kompetenzorientiert und im „olympischen Geist“ Schule gestaltet. Mit einbezogen werden dabei auch die Projektpräsentationen der neunten Klassen sowie ein Crashkurs in den Abschlussprüfungsfächern für die zehnten Klassen.


Und auch wenn bei der Medaillenvergabe für die besten Projektergebnisse in den einzelnen Fächern und Disziplinen nicht jeder die so heißersehnte und begehrte Goldmedaille in den Himmel recken kann, steht für Karin Dängel und ihre Kollegen bereits fest: „Sieger sind eigentlich schon jetzt alle, auch wenn noch einiges an organisatorischer Vorarbeit zu leisten ist.“ Ein kleiner Vorteil liegt dennoch auf Seiten der Lehrer – denn die haben sich nicht nur am vergangenen Mittwoch bereits ordentlich „fit“ gemacht.



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